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18.06.2026

atomstopp: Schweizer Bevölkerung wird voraussichtlich über Aufhebung des AKW-Neubauverbotes abstimmen
Vor der Abstimmung muss der zuständige Minister die Kosten für Atomkraftwerksbauten vorlegen. Angesichts von Umfragen sollte das Neubauverbot weiterbestehen.

Der Schweizer Nationalrat hat die Aufhebung des einfachgesetzlichen AKW-Neubauverbots denkbar knapp mit 100 zu 98 Stimmen unterstützt. Sollte angesichts dessen die Atomlobby ihre sogenannte Blackout-Initiative - konkret die Volksabstimmung dazu - zurückziehen, weil ihr die beschlossene Gesetzesänderung genügt, wird die Schweizer Bevölkerung mit großer Wahrscheinlichkeit dennoch in einem Referendum über das AKW-Neubauverbot entscheiden. Von verschiedenen Gruppen wurde dessen Einleitung bereits angekündigt, für die 50.000 Unterschriften genügen.

Bevor das Volk an der Urne über das AKW-Neubauverbot entscheidet, muss der zuständige Bundesrat (entspricht einem Minister) Albert Rösti einen Bericht über die finanziellen Folgen von AKW-Neubauten vorlegen. Dann wird es unvermeidlich sein, die finanziellen Debakel, zu denen sich sämtliche Reaktorbaustellen in Europa in den letzten Jahrzehnten entwickelten, aufzuzeigen. Exemplarisch steht hier das AKW Flamanville in Frankreich: 2007 wurde es der Öffentlichkeit mit 3,3 Milliarden Euro verkauft, jetzt liegt der Preis bei 23,7 Milliarden.

"Wenn die Schweizer_innen den Preis von Atomkraftwerken erfahren, bestehen gute Chancen, dass sich die derzeit knappe Pro-Atom-Stimmung dreht und das AKW-Neubauverbot weiter besteht", ist Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! überzeugt.

Trotz jahrelanger Angstmache mit Blackout-Szenarien und obwohl die Initiative sogar unter dem Titel 'Blackout stoppen' geführt wurde, würde derzeit nur eine knappe Mehrheit für die Aufhebung eines Neubauverbotes stimmen.

"Unabhängig vom Ausgang der derzeitigen Atomstromdebatte in der Schweiz und selbst wenn es gelänge, eine Standortfrage rasch zu klären, würde ein neues AKW nach den bisherigen Erfahrungen eher nach 2050 in Betrieb gehen. Bis dahin wird genug Strom aus Erneuerbaren zur Verfügung stehen und niemand mehr in teuren Atomstrom investieren", so atomstopp-Geschäftsführer Stoiber.

Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51