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10.03.26 atomstopp: Erinnerungszeichen für verhindertes Atomkraftwerk nahe Linz - Harvard-Studie zeigt erhöhte Krebssterblichkeit rund um Reaktoren
Zum 15. Jahrestag der Super-GAUs von Fukushima errichten atomstopp und die Gemeinde St. Pantaleon-Erla ein Erinnerungszeichen für das vor 50 Jahren verhinderte AKW.
"Wenn wir an die Ereignisse vom 11. März 2011 erinnern, als es in Fukushima zu mehreren Super-GAUs kam, wird deutlich, welche Folgen ein schwerer Reaktorunfall in einem AKW St. Pantaleon gehabt hätte", erklärt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! und hält fest: "Die dauerhafte Evakuierung der nur 15 Kilometer entfernten Stadt Linz sowie vieler weiterer Städte und Gemeinden wie etwa Enns, St. Valentin und Perg, also mehrerer hunderttausend Menschen wäre wohl unvermeidlich gewesen. Aber Studien zeigen, dass auch ohne Katastrophe die Krebssterblichkeit in der Nähe von Atomkraftwerken erhöht ist."

Forschende der Harvard University legen in einer kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichten Arbeit dar, dass Regionen bis zu 200 Kilometer um ein AKW höhere Krebssterblichkeitsraten aufweisen als weiter entfernte Gebiete - wobei berücksichtigt wurde, dass der mögliche Einfluss mit zunehmender Entfernung abnimmt. Insgesamt schätzen die Forschenden, dass im Untersuchungszeitraum 2000 bis 2018 115.586 Krebstodesfälle mit der Nähe zu Atomkraftwerken in Verbindung stehen, wobei die Studie keine Kausalität zeigt, sondern statistische Zusammenhänge.

Vor diesem Hintergrund gewinnt ein Kapitel österreichischer Zeitgeschichte besondere Bedeutung. "In der Gemeinde St. Pantaleon-Erla sollte vor 50 Jahren ein Atomkraftwerk errichtet werden - nicht einmal 15 Kilometer von Linz entfernt. Trotz der damals verbreiteten Technologiegläubigkeit organisierten Bürger_innen massiven Widerstand gegen das Projekt. Die Bewegung weitete sich zur Anti-Atom-Bewegung rund um das AKW Zwentendorf aus und trug letztlich dazu bei, dass der mehrmals verschobene Baubeginn in St. Pantaleon-Erla endgültig verhindert wurde", erinnert Stoiber.

Die Enthüllung des Erinnerungszeichens soll deshalb nicht nur an den erfolgreichen Widerstand gegen das geplante Atomkraftwerk erinnern, sondern auch ein Zeichen für den weiteren Kampf gegen diese gefährliche und teure Form der Stromerzeugung sein. "Dass das AKW St. Pantaleon nie gebaut wurde, ist ein Verdienst engagierter und vorausschauender Menschen. An ihnen müssen sich die politischen Entscheidungsträger_innen orientieren und so mutig wie nachhaltig gegen die immer unverschämteren Geldforderungen der Atomindustrie auf EU-Ebene auftreten", fordert atomstopp-Geschäftsführer Stoiber mehr Verve im Kampf gegen die Atomlobby.

Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51

Einladung zur Enthüllung des Erinnerungszeichens
o Mittwoch, 11. März 2026
o 10:00 Uhr -10:40 Uhr
o 4303 St. Pantaleon-Erla, Stein 8
o Programm
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03.03.26 atomstopp: Linzer Hauptplatz könnte über einen Kilometer hoch mit atomar verseuchter Fukushima-Erde gefüllt werden.
14 Millionen Kubikmeter kontaminiertes Erdreich muss in den nächsten Jahren über ganz Japan verteilt werden. Aber klarerweise ist niemand bereit, das strahlende Material anzunehmen.
Image1018 "Nur eines der vielen unlösbaren Probleme eines atomaren Unfalles beschäftigt derzeit Japan. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Kyodo News bei allen japanischen Präfektur-Gouverneuren hat sich kein einziger bereit erklärt, kontaminierte Erde in seiner Präfektur aufzunehmen. Das ist nicht verwunderlich, denn natürlich will sich niemand seine Gegend mit strahlendem Material verseuchen lassen", stellt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! fest.

"Infolge der Fukushima-Katastrophe wurde bislang so viel verseuchtes Erdreich abgetragen, dass man den gut 200 Meter langen und 60 Meter breiten Linzer Hauptplatz 1.100 Meter hoch auffüllen müsste, würde man es hier entsorgen. Dafür wären 700.000 bis 1,4 Millionen LKW-Fahrten nötig," versucht Stoiber die Dimensionen zu veranschaulichen.

Japan hat beschlossen, bis 2045 das verstrahlte Material über das Land zu verteilen und stößt damit schon vor Beginn der Aktion auf verständlichen Widerstand. Leichter hat man es sich mit dem verseuchten Wasser gemacht. Dieses wird seit Jahren ins Meer geleitet.

"Neben dem unendlichen menschlichen Leid und den gewaltigen Kosten ist die Entsorgungsproblematik nur ein weiteres Beispiel dafür, dass Atomstrom nicht zu verantworten ist. Umso unverständlicher, dass immer mehr Politiker_innen auch in Europa wieder von einer AKW-Renaissance träumen. Denn eines muss uns allen klar sein: Der nächste Super-GAU ist nur eine Frage der Zeit. Vor allem in der EU steigt das Risiko, weil die durchschnittlich 40 Jahre alte AKW-Flotte nur durch gefährliche Laufzeitverlängerung in Betrieb bleiben kann", erinnert Stoiber an die völlige Überalterung der AKW-Flotte.

Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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