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23.01.26
AKWs um 500 Milliarden unterversichert - NGOs bei EU-Kommission für neue AKW-Haftpflicht
Nicht einmal ein halbes Prozent der Schäden eines Super-GAUs wären in Europa von Haftplichtversicherungen gedeckt. Zehn engagierte Atomkraftgegner_innen aus sieben EU-Staaten erörterten diesen Missstand mit hochrangigen Vertretern der Generaldirektion Energie.
Beim Austausch mit Jan Panek, dem für Atomenergie zuständigen Direktor der Generaldirektion Energie und zwanzig seiner Expert_innen hat die europäische Anti-Atom-Bewegung deutlich gemacht, dass die unzureichende Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke weiterhin ein zentrales ungelöstes Problem darstellt. Laut staatlichen französischen Berechnungen würde ein Super-GAU in Mitteleuropa 530 Milliarden Euro an Schäden nach sich ziehen. Versichert sind aber je nach Land nur 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro, also nicht einmal ein halbes Prozent.
"Grundsätzlich sind wir auf offene Ohren gestoßen, denn auch den Expert_innen der EU-Kommission ist klar, dass AKWs wegen der krassen Unterversicherung ein unkalkulierbares Risiko für Steuerzahler_innen und Staaten darstellen. Für ihre weitere Arbeit haben sie mitgenommen, dass selbst die 70 Milliarden Euro, die nach der Fukushima-Katastrophe schon im ersten Jahr nötig waren, die finanziellen Möglichkeiten mancher Staaten überfordern würden," berichtet Anna Weinbauer, stellvertretende atomstopp-Obfrau vom Termin in Luxemburg.
"Bei den atomstopp-Unterschriftenkampagnen von 2013 und 2016 haben sich 23.500 Menschen für eine angemessene und verpflichtende Haftpflicht für AKW-Betreiber stark gemacht. Nach diesem Gespräch auf Expert_innenebene wird die Anti-Atom-Bewegung in internationaler Zusammenarbeit das Thema gezielt wieder auf die politische Ebene bringen, um langfristig Kostenwahrheit für Atomstrom herzustellen", kündigt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! an.
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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21.01.26
atomstopp: Erneuter Angriff auf AKW-Infrastruktur - Europa muss Atomgeschäfte mit Russland stoppen
Der Einkauf von Uran und Atomtechnologie durch EU-Länder macht weiter abhängig von Russland und fördert den verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auch nach knapp 4 Jahren immer noch finanziell.
Russland hat erneut Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur durchgeführt, die auch die Stromversorgung von AKWs beeinträchtigten, wie die IAEA gestern berichtete. In der Vergangenheit wurden Atomkraftwerke auch schon direkt angegriffen, das größte AKW in Europa in Saporischschja mit unabschätzbaren Folgen für dessen Sicherheit besetzt und Kraftwerksblöcke wochenlang ohne externe Stromversorgung gelassen.
Trotz dieser wiederholten Angriffe scheint Europa nicht bereit, sich rasch von den nuklearen Abhängigkeiten zu lösen: Zwar soll nach Medienberichten Ende Februar anlässlich des 4. Jahrestages der völkerrechtswidrigen Invasion ein 20. Sanktionenpaket gegen Putins Regime beschlossen werden - endlich auch mit dem Verbot von Uranimporten aus Russland. Allerdings sind die Abhängigkeiten so groß, dass mit diesen erst 2029 Schluss sein soll. Bis dahin finanzieren EU-Länder auch in diesem Bereich die Bomben auf die Ukraine weiter.
"Obwohl die ganze Welt sieht, dass nukleare Sicherheit für Russland nichts bedeutet, setzt Ungarn weiterhin auf russische AKWs. Ausgerechnet der staatliche russische Konzern Rosatom soll ein weiteres im ungarischen Paks errichten - während Putins Armee AKWs im Nachbarland angreift", erklärt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraffrei leben! und fordert: "Heimische Politiker_innen müssen bei allen ihren Kontakten zu ungarischen Kolleg_innen - auch öffentlich - darauf aufmerksam machen, dass die ungarischen AKW-Baupläne nicht nur unser aller Sicherheit gefährden, sondern weiter von Putin abhängig machen."
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber
+43 681 10 42 92 51
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